Donnerstag, 30. März 2017

Der Frühling kommt - die Pollen auch...

Die Temperaturen steigen, es ist länger hell, langsam erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf. Aber so, wie es uns Menschen dann wieder nach draußen ins (bald wieder) Grüne zieht, beginnt es rings um uns herum zu blühen. Zu Beginn des Jahres, je nach Witterung aber auch bereits im Dezember, beginnt hierzulande die Hasel damit, die ersten Pollen auf die Reise zu schicken. Ihr folgen Erle, Esche und Birke, die gerade in diesen Tagen mit ihrer Blüte begonnen hat:


Pollen von Hasel, Erle, Birke und Esche (v. l. n. r.)


Wie aber wird der Pollenflug überwacht?

Zurzeit betreibt die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (externer Link) ein Messnetz aus Pollenfallen, die über einen Tag hinweg Luft ansaugen und sämtliche enthaltenen Aerosole auf einem Klebestreifen deponieren. Ein menschlicher Zähler wertet anschließend unter einem Lichtmikroskop die auf dem Streifen vorhandenen Pollen nach Art und Anzahl aus. Bis das Ergebnis vorliegt, vergehen durchaus mehrere Tage - eigentlich keine geeignete Methode, Allergikern aktuelle Informationen zur Planung ihrer Medikation zu liefern.

Vollautomatische Pollenüberwachung - der BAA500

Der Pollenmonitor BAA500 wurde über mehr als 10 Jahre hinweg von der Helmut Hund GmbH, Wetzlar, entwickelt. Wie die manuell ausgewertete Pollenfalle saugt er Luft an und deponiert Aerosole auf Probenträgern. Damit enden jedoch alle Gemeinsamkeiten. Im Unterschied zur herkömmlichen Methode werden die im 3 h-Rhythmus gewonnenen Proben vollautomatisch abgescannt und die Kamerabilder mit einer komplexen Bildauswertung analysiert. Diese Bilderkennung ist wie der menschliche Zähler in der Lage, die enthaltenen Pollen zu identifizieren und zu zählen - jedoch nicht nur mit höherer und gleichbleibender Genauigkeit, sondern auch mehrmals pro Tag!

In Kooperation mit Prof. Dr. J. Buters vom Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) der TU München und dem Freistaat Bayern wird derzeit der Aufbau eines ersten Messnetzes in Deutschland geplant, mit dem in München und Umgebung erstmals eine vollautomatische Überwachung des Pollenflugs möglich sein wird. Darüber - und auch über den Hintergrund der Pollenmessung - berichtete am vergangenen Wochenende Das Erste in seinem Magazin [w] wie wissen: externer Link.

Testsysteme laufen und liefen bereits erfolgreich an mehreren Standorten, einer davon durchgehend am Firmenstandort in Wetzlar: Link Pollenflug-Information. Wird in der Suchmaske als Analysenzeitraum beispielsweise der gesamte Februar 2017 gewählt, lässt sich deutlich das Einsetzen des Fluges von Hasel und Erle erkennen:


Die Farben kennzeichnen für jede Pollenart die Bereiche hoher (rot), mittlerer (gelb) und niedriger (grün) Pollenkonzentrationen. Ebenso ist die Beobachtung von Pollenkonzentrationen über den Verlauf eines Tages möglich, wie der Pollenflug während des 28. März 2017 verdeutlicht:


Über den Tag hinweg flogen Pollen von Hasel, Birke und Erle, allerdings in niedriger Konzentration.